Projekt 2017 saubere Mädchen- dreckige Schlampen

Geschlechterrollen im Islam und in der westlich-liberalen Welt

„Wie kann ich meinen Vätern weniger als du den deinen glauben?“

Nathan der Weise, Lessing

Was bedeutet es muslimisch zu sein und in einer freien westlichen Gesellschaft zu leben? In Zusammenarbeit mit muslimischen und westlichen DarstellerInnen und der Autorin Anna Neata  wurden die Frauenfiguren aus dem Theaterstück „Schwarze Jungfrauen“* von F. Zaimoglu weiterentwickelt. Unterschiedliche Wertesysteme und Rollenbilder in Bezug auf Familie, Liebe, Sexualität, Selbstverwirklichung und Ehre prallen aufeinander.

Was passiert, wenn eine muslimische Frau ein sexuell selbstbestimmtes Leben führen will? Braucht der Islam eine sexuelle Revolution?

Ist der westliche Mensch wirklich frei und selbstbestimmt, oder haltlos und verloren?

Jede Frau sollte über ihr Leben und ihre Sexualität selbst bestimmen dürfen.

Veranstaltungsort: KosmosTheater, Siebensterngasse 42, 1070 Wien

 Vorstellungstermine:

Do,08. 06., 11:00 Uhr: öff. GP/ Schulvorstellung, RESTPLÄTZE,  Schülerkarte 9.-€

Fr, 09.06., 11:00 Uhr: Schulvorstellung , RESTPLÄTZE, Schülerkarte 9.-€

Premiere Freitag 09.06. , 20:30 Uhr 

Sa.10.06., 20:30 Uhr

Di. 13.06. , 20:30 Uhr

Mi.14.06, 20:30 Uhr

Karten: € 19,- | ermäßigt € 15,- / € 11,- | Sparpaket € 84,-

Reservierung: 01/523 12 26, http://www.kosmostheater.at, karten@kosmostheater.at

LESUNG

Mo, 12.06. | 18:00 Uhr- Eintritt frei

Lesung Seyran Ates „Der Islam braucht eine sexuelle Revolution“ (Ullstein Verlag) im Festsaal des Bezirksamtes Neubau, Hermanngasse 24-26, 1070 Wien

 

Regie/Produktionsleitung: Isabella Wolf

Regieassistenz/musikalische Leitung: Olivia Poppe

Begleitende Autorin: Anna Neata

Choreographie: Hussein Waham

Bühne/Ausstattung: Lydia Hoffmann

Theaterpädagogik/Theatervermittlung: Ulrike Zachhuber, Markus Schramm

Plakat/Grafik: Emiliano Soravia

DarstellerInnen: Hasti Azimi, Taghi Azimi, Said Behtak,Vanessa Dorlijski, Ines Khannoussi, Iris Nussbaum, Maria Oertel, Clemens Pöchhacker, Roxana Rahnama, Faiz Rasuli, Katharina Schöch, Markus Schramm

 

Inhalt/ Stückentwicklung

Dem Theaterabend vorangestellt ist das persische Märchen von Layla und Madschnun, von dem sich schon Eric Clapton zu seinem Song „Layla“ inspirieren ließ.

Qais verliebt sich in Laila. Er hält um ihre Hand an. Lailas Eltern sind gegen die Verbindung mit Quais. Sie verheiraten Laila mit einem anderen Mann und bringen sie an einen fernen Ort. Qais ist von Laila besessen („Madschnun Laila“) und beginnt sie zu suchen.

An diesem Punkt beginnt der Theaterabend. Auf seiner Suche nach Laila trifft Qais auf die unterschiedlichsten Frauen, die ihm ihre Lebensgeschichten erzählen. Diese Geschichten entstammen dem Theaterstück „Schwarze Jungfrauen“ von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel. Mit Hilfe der Autorin Anna Neata wurden die Geschichten der Frauenfiguren weiterentwickelt. Sie begleitete den Schaffensprozess, die Improvisationen und die Gespräche mit den Mitwirkenden und schaffte aus den einzelnen Elementen eine einheitliche künstlerische Formulierung. Fiktion mischt sich mit Erfahrungen, Wünschen und Erwartungen der DarstellerInnen in Bezug auf Liebe, Jungfräulichkeit, Partnerwahl, sexuelle Selbstbestimmung und Ehre..

Parallel dazu erarbeitet der irakische Choreograph und Schauspieler Hussein Waham Choreographien und Movements, die das Geschehen auf der Bühne unterstützen oder konterkarieren.

Der Theaterabend spielt mit Sehgewohnheiten und Rollenerwartungen: Was passiert, wenn eine muslimische Frau – ein sauberes Mädchen – von einem Mann gespielt wird? Und was, wenn eine Frau einen harten Kerl verkörpert? Auf diese Weise werden konventionelle Sehgewohnheiten hinterfragt und der Blick auf tradierte Rollenbilder und Verhaltensweisen geschärft.

 

 

 

 

*Das Stück „schwarze Jungfrauen“ von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel ist im Rowohlt Theaterverlag, als e-book erschienen. Mehr dazu hier.