Nachrichten für die Erinnerung

DSC_0381 (2)Im Gedenkjahr 2013 widmet sich der Junge Salon, Theaterclub für Jugendliche im 15. Bezirk, den Geschichten der Opfer des Nationalsozialismus. Während der NS-Zeit wurden Menschen aus rassistischen, ideologischen und antisemitischen Gründen öffentlich gedemütigt, systematisch aus ihren Berufen und dem öffentlichen Leben ausgeschlossen, enteignet und gequält. Millionen Menschen wurden ermordet. Manchen ist die Flucht geglückt. Auch im 15. Bezirk wurden zahlreiche jüdischen Einrichtungen und Gotteshäuser zerstört und viele BewohnerInnen vertrieben oder ermordet.

„Nachricht vom Verlust der Welt“ ist ein Theaterstück auf Basis des gleichnamigen Buches von Inge Rowhani-Ennemoser über die letzten jüdischen BewohnerInnen im Haus in der Herklotzgasse 21. Es ist die Geschichte von Marie, Georg und Lotte, einer jungen Familie, die damals wie viele andere ihre Welt verloren hat. Diese Theaterproduktion wird von unseren jugendlichen SchauspielerInnen von 13. bis 18. April 2013 in der Herklotzgasse 21, dem heutigen Brick-5, gezeigt. Rund um die Produktion findet eine Aktionswoche mit Publikumsgesprächen, Ausstellungen, Führungen, Workshops sowie einer Erinnerungsaktion für Schulklassen statt:

 Eine Aktion gegen das Vergessen
SchülerInnen schreiben „Nachrichten für die Erinnerung“
Di, 16. April 2013, 10:00 Uhr
und
Fr, 8. November 2013, 10:00 Uhr

 75 Jahre nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 11. März 1938 sind die Themen Fremdenfeindlichkeit und „neuer“ Antisemitismus nach wie vor aktuell. Sich mit Geschichte zu beschäftigen bedeutet nicht nur einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, sondern die Frage nach der eigenen Identität zu stellen. Wer sind wir? Was macht uns als Mensch aus? Wie handeln wir? Was trauen wir uns zu? Wie steht es mit unserer Zivilcourage? Wie und in was für einer Gesellschaft wollen wir leben?

Sensibilität für die Orte an denen wir leben
In unserer Theaterarbeit stellen wir uns die Fragen, wo die Geschichte des Bezirks sichtbar wird. Wo sind die Plätze, auf die wir schauen? Welche Geschichte prägt unsere heutige Zeit? Wo fanden menschliche Schicksale statt? Warum war es nicht möglich, dass diese Menschen hier weiterlebten? Sich auf eine Spurensuche nach Menschen in der Vergangenheit zu begeben ist ein Versuch sich der eigenen Geschichte anzunähern. Wenn wir diese Geschichte auch nicht vollständig verstehen können, so können wir doch sensibel sein, für unsere eigenen Handlungen und Verantwortung übernehmen, um zu vermeiden, dass Unrecht in unserer Umgebung passiert.

Mit der Erinnerungsaktion laden wir Kinder und Jugendliche ein, sich mit den Schicksalen von Menschen im 15. Bezirk auseinanderzusetzen. Wir wollen die Menschen, die hier gelebt haben nicht vergessen. Ihre Geschichte ist Teil unserer Identität, egal welcher Kultur oder Religion wir angehören. Wer waren diese Menschen? Wie hießen sie? Wo haben sie zuletzt gelebt? An welcher Adresse sollen wir ihnen eine Nachricht hinterlassen?

Wir wollen damit ein Zeichen setzen gegen das Vergessen – für die Erinnerung.

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